Ist eine Klage gegen meinen Arbeitgeber sinnvoll ?

Diese Frage hängt von vielen Einzelfaktoren ab und kann hier pauschal nicht beantwortet werden.

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass der Richter beim Arbeitsgericht gehalten ist, eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Dazu wird im Arbeitsgerichtsprozess -anders als im Zivilprozess- der Gütetermin dem eigentlichen Verfahren vorweg gestellt.
Im dem Gütetermin kommt es nach meiner langjährigen Erfahrung zu 80 % zu einer Einigung zwischen den Parteien.
Im klassischen Fall der Kündigung haben häufig beide Parteien ein Interesse an einer gütlichen Einigung.
Der Arbeitgeber trägt im Kündigungsschutzporzess regelmäßig die Beweislast für das Vorliegen der Kündigungsgründe und muss im Falle des Obsiegens des Arbeitnehmers diesen weiterbeschäftigen.
Der Arbeitnehmer hat häufig bereits eine neue Arbeitsstelle in Aussicht und möchte aufgrund der angespannten Situation nicht mehr an seinen alten Arbeitsplatz zurück.

Häufig einigen sich die Parteien auf eine betriebsbedingte Kündigung sowie auf einen Abfindungsbetrag. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass regelmäßig eine Sperrfrist beim Arbeitsamt vermieden wird. Zudem wird die Abfindung geringer besteuert, als das regelmäßige Arbeitsentgelt.
Des Weiteren lege ich besonders wert auf die Vereinbarung eines einwandfreien Zeugnisses, das das berufliche Fortkommen nicht hindert.

Nach dem Gesetz muss der Arbeitnehmer innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung Kündigungsschutzklage erheben, andernfalls gilt die Kündigung als rechtmäßig und kann grundsätzlich nicht mehr angegriffen werden, vergl. §§ 4 ff. KSchG.